Die kleine Q

 

 

1.Teil

Wie alles angefangen hat  
Midi Umbau 
BMW/Ural Umbau 
noch ein Umbau
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Zurück zu den Wurzeln oder Low Budget ? Nachdem unsere Kinder immer größer wurden, war irgendwann auch der Platz in unserem umgebauten 3Sitzer Midi zu klein geworden. Also wurde beschlossen, das noch ein zweites Gespann zu kaufen, außerdem war der Gedanke ein zweites Gespann zu haben auch einfach zu verlockend. 

Vorgesehen war das Gespann so wie es die finanziellen Mittel zulassen, aufzurüsten. Sicher kann man ein Gespann, wenn es dann fertig(?) ist, für diesen Preis auch kaufen, aber ich gehöre nun mal zu der Sorte Leute die auch noch gerne noch mal selber Hand anlegen. Und da bei uns alle gerne Gespann fahren, war dieser Gespannbau auch etwas an dem sich die ganze Familie beteiligte. So wurden sämtliche Angebote im Internet und in den gängigen Zeitschriften durchstöbert, immer auf der Suche nach einem Gespann was zu unserem Geldbeutel passte. Als uns dann eine R 65 angeboten wurde, griffen wir zu. 

 

Nachdem ich mit Edmund Peikert und Lois Löw ( Bayrisch - Russische Motorradklinik ) telefoniert hatte und von beiden sehr gut beraten wurde, war klar wie wir den Umbau vornehmen wollten. Zu einem sehr angenehmen Kurs kauften wir einen Peikertrahmen und ein Ural Seitenwagen , so das einem Umbau (fast ) nichts mehr im Wege stand. Kopfzerbrechen bereiteten mir allerdings die Gußräder der BMW. Meiner Meinung nach waren Sie stark genug die aufzutretenden Kräfte auf zunehmen. Auch wurde mir immer wieder im benachbarten Ausland die Problemlosigkeit dieser Felgen bestätigt. So entschloss ich mich das Gespann erst einmal maschinenseitig original zu belassen. Wollte ich am Anfang noch das Uralboot montiert lassen, so entschieden wir uns letztendlich dafür das noch vom Midiumbau eingelagerte Boot zu Montieren. Es war geräumiger als das Original Boot und war schon so ausgestattet wie ich es für meinen Sohn wollte. Aber erst einmal mussten einige Sachen abmontiert werden. So demontierte ich den angeschraubten Heckrahmen, Tank und Hinterradkotflügel um Platz zum Arbeiten zu haben. Probeweise montierte ich den Rahmen und hinterlegte im Bereich der Motorhalterungen so lange mit verschiedenen Unterlagscheiben bis der Rahmen spannungsfrei montiert werden konnte. Anschließend arbeitete ich diverse Befestigungen nach, und lackierte diese nochmals, da das Gespann das ganze Jahr über benutzt werden sollte. Das ganze dauerte schon einige Tage, da alles in der Freizeit gemacht wurde. 

Nachdem alle Teile jetzt zu meiner Zufriedenheit waren, montierte ich alle Sachen um dann mit Schrecken festzustellen, das der Fußbremshebel und die rechte Fußraste nicht mehr passten. Erster Gedanke so ein Sche..... zweiter Gedanke, Edmund Peikert anrufen. Der beruhigte mich erst einmal und meint das ließe sich durch erwärmen und verformen wieder hinkriegen. Lieb gemeint, aber der Rahmen und alle anderen Teile hatte ich nochmals lackiert. Das Problem mit der Fußraste löste ich erst einmal indem ich eine Raste der /7 Modelle benutzte, die entsprechende Zahnung war schon auf dem Hilfsrahmen vorhanden (später setzte ich die Originalfußraste von außen an den Rahmenausleger, das hält genauso gut). Aber wie sollte das jetzt mit dem Bremspedal funktionieren ? Eine Anfrage beim örtlichen BMW Händler führte zu keinem Ergebnis. Dort hieß es, alle gleich!!. Stimmt auch, in der BMW Software sind alle Fußbremshebel gleich abgebildet !. Das das in der Realität aber alles anders aussieht daran hatte ich ganz einfach nicht gedacht. Also, wo ich eh schon einmal beim Schlossern war, wurde halt mit dem Originalteil als Muster ein neuer Bremshebel gebaut. 

Hört sich leicht an, ist aber ohne Grube eine echte Plackerei beim montieren und probieren. Gleichzeitig widmete ich mich auch der Bremsanlage des Uralfahrgestelles für den Beiwagen. Hier sollten auch die Originalfelgen zum Einsatz kommen. Der Schlepphebel der Bremsanlage sollte ohne das Gespann trennen zu müssen demontiert werden können. Gleichzeitig stellte ich fest, das beim Einfedern sich der Weg am Schlepphebel auf ein unzumutbares Maß verlängerte. Als erstes wurde mittels eines Rohres und einer eingeklebten und verschraubten Gewindestange die Möglichkeit geschaffen den Schlepphebel zu verschrauben. Lang genug gelassen, kann auf dem Gewindeende der Schlepphebel genau ausjustiert werden. Ebenso läßt sich die ganze Hebelei in minutenschnelle de- und montieren. Auf das benutzte Rohr wurde ein ca. 100mm langes Flacheisen anstelle der original Aufnahme geschweißt. Mit der richtigen Einstellung des Bremsgestänges, ist jetzt auch beim Einfedern das Beiwagenrades immer der gleiche Leerweg am Schlepphebel, d.h. die volle Bremsleistung ist in jedem Beladungszustand gewährleistet! Das einzige was ich fertig kaufte waren die Gabelköpfe und die dazugehörigen ES - Bolzen für die Aufnahme der Zugstange. Alle anderen Teile stellte ich selbst her. Die Zugstange läuft jetzt unterhalb der Schwinge. Bei einer Bodenfreiheit von 30cm kann man das allerdings verschmerzen.

 

Wie schon erwähnt wollten wir den von unserem Midiumbau übriggebliebenen EML Tour auf das Uralfahrwerk setzen. Als erstes entfernten wir die Beleuchtungseinheiten und setzten das Boot auf eine stabile 12 mm starke Holzplatte. Nachdem zurechtschneiden der Bodenplatte, wurde diese Geklebt und Verschraubt. Die Original Batteriehalterung wanderte in den Kofferraum, da ich zu einem späteren Zeitpunkt eine Autobatterie einbauen werde und diese nur unwesentlich länger als die Originalbatterie ist. Die Verbindung zur Batterie wurde mittels spezieller Kabel mit Schnellverschlüssen vorgenommen. Bei diesen im Maschinenbau (Erodierbereich) eingesetzten Kabeln kann durch einfaches Zusammenstecken der Kupplung eine nicht trennbare Verbindung hergestellt werden. Erneutes bewegen des Kabels über einen Widerstand hinaus läst erst ein lösen der Kabel zu. So kann mit einem Kabel die Stromzufuhr unterbrochen werde, ohne zum Beispiel einen vollgepackten Kofferraum zu öffnen. Nachdem der Beiwagenrahmen von meinem Sohn neu lackiert wurde ( er sah allerdings danach auch aus wie frisch lackiert ) wurden alle andern Teile grundiert und lackiert. Leider war der benutzte Wasserlack mehr als schlecht zu verarbeiten. Beim nächsten mal kommt wieder was Chemisches zum Lackieren, da weiß man doch was man hat und Mann ärgert sich nicht die Schwindsucht das die eingesetzte Arbeit nicht für die Katz war. Die Farbe wurde zwar Anstandslos erstattet, aber ärgerlich ist so etwas schon. Da der Rahmen nun gut gegen Korrosion geschützt war musste nun noch ein Massekabel mit eingezogen werden. Die Verbindung vom Motorrad zum Beiwagen stellte Anhängerkabel her. Alle elektrischen Verbindungen wurden mit Aderendhülsen versehen und nur einfach mit einer Lüsterklemme verbunden. Geschütz durch eine Verteilerdose sitzen sie Wasserdicht an der rechten Seite des Beiwagens. Aufgrund der verschiedenen Farben der Elektrik, entschied ich mich für diese Lösung. Sicher hätte ein Stecker aus dem Anhängerbau edler ausgesehen, aber wie soll ich bei einer Panne wissen zu wem welches Kabel gehört ? Zum Schluss wurde dann noch einmal das Gespann vernünftig eingestellt. Dabei zeigte sich das das Beiwagenchassis mit dem Originalrad nicht 100% gerade zu montieren ist. Die Halter würden den Hilfsrahmen auf  Torsion beanspruchen. Das wollte ich nicht, wir gaben uns mit einem Kompromiss zufrieden. 

Bei der ersten Probefahrt stellt sich heraus das der kleine BMW Lenker einfach zu viel Kraft erforderte. Zudem war das Lenkerflattern beim Fahren ohne Gewicht im Beiwagen, nicht ganz ungefährlich. Also mussten Halter gemacht werden und ein EML Dämpfer Lenkungsdämpfer brachte den gewünschten Erfolg. Um die Lenkkräfte weiter zu minimieren wurde zudem ein breiterer Lenker montiert. So wie das Gespann nun war, fuhr ich damit zum TÜV. Zwar hatte ich für alle Teile in irgendeiner Form Unterlagen, aber so ganz sicher wahr ich mir dann doch nicht. Nachdem der Prüfer eine Probefahrt gemacht hatte und zum einen oder Teil fragen hatte, wurden mir alle Sachen ohne Irgendwelche Auflagen eingetragen.

 

 Zum Umbau,

am Anfang stand die Entscheidung ein gebrauchtes Gespann zu kaufen, oder selber aufzubauen. Nachdem wir uns alle Optionen offen gelassen hatten, wahr es der Zufall das wir eine zweite BMW kauften. Die wurde von mir komplett durchgecheckt, alle Teile die auffällig waren wurden ausgetauscht, ebenso wurden beim Lenkerumbau alle Züge erneuert. Das Motorrad ist werksmäßig auf 27 PS gedrosselt. Am Anfang hatten wir dann doch bedenken ob das etwas werden könnte. Aber es zeigte sich schnell das das Mopped durch die Drosselung sehr stark auf Drehmoment ausgelegt war. So sind die Fahrleistungen im Bereich einer Ural anzusiedeln. Die Beschleunigung bis100km/h entspricht fast dem Wert in der Solovariante. Danach geht's noch bis 120km/h, darüber hinaus verliert aber selbst der vom Werk gedrosselte Motor die Lust am Drehen.

 Zu den Felgen und zur Gabel,

meiner Meinung nach, ist es nicht möglich so mit einem Telegabel Gespann zufahren wie mit einer Schwinge. Das liegt zum einen an einer ungeeigneten Fahrwerksgeometrie (Nachlauf) als auch aus den daraus resultierenden hohen Lenkkräften. Das heiß das ich automatisch da ganze Material nicht so belaste. Wenn ich mir in Nachbarländern anschaue was, vernünftig gebaut, dort fährt, dann mache ich mir um die so gebaute Kombination keine Kopfschmerzen. 

Zu den Verbrauchswerten,

eine Odenwaldtour zum VG Treffen, übertraf noch die von uns gewünschten Erwartungen. Bis auf ein abvibriertes Kabel hatten wir keinen Grund uns zu beklagen. Im Gegenteil, der R65 Motor glänzt mit geringem Ölverbrauch, ebenso wie mit geringen Verbrauchswerten. Auf der Autobahn bei Reisetempo100 - 110km/h braucht der Boxer nur 6-7 ltr. Im Kurzstreckenbetrieb, sind es deren 7-8 ltr. Wenn ich da unsere Rote anschaue, die braucht im Schnitt um die 2-2,5ltr. mehr. 

Zu den Schäden:

bisher keine, außer das ich jetzt endlich weiß, warum das Mopped so schlecht ansprang wenn wir sie gewaschen hatten (Riß im Zündspulengehäuse).  Allerdings sind jetzt so langsam die Simmeringe vorne defekt. Nach zwei Jahren, kann man damit Leben.
Einen Schaden hatte wir aber doch, das Originalfederbein machte schlapp. Das Original sollte 372€ kosten. Da war die Frage mit Technoflex nur noch Formsache (419€ abgestimmt auf unser Fahrzeug).

 

 

Teil 2.

Unser Sohn ist innerhalb eines Jahres um fast 20cm gewachsen. Nun sind seine Beine so lang, das er seine Treter nicht mehr untergebracht bekommt. so gab es nur zwei Möglichkeiten: den EML Tour vorne ein wenig aufzuschneiden, was im Sommer bestimmt angenehm ist, aber ansonsten nicht so toll aussieht  ;--))))))))))))))))))))))

 

Aber mal ernsthaft, das Uralboot, ist wesentlich länger wie das EML Tour Boot. So wird also das Uralboot wieder zu ehren kommen. Außerdem in der pupertären Phase wollen die PL's ja doch schon ziemlich männlich sein ;--)))))))