Schlafsalon
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„Ich
will nicht immer bei Mama hintendrauf sitzen, ich will auch in den Beiwagen
‘’.
Was
aber machen wenn man drei von der Sorte hat die alle in den Beiwagen wollen?
Manchmal
hilft der Zufall einem weiter. Der Zufall war in diesem Fall ein alter
Gespannfahrer der von einem Unfallboot wußte. Ein Glück das es dunkel war als
ich nach Hause fuhr - so ein EML- Midi ist selbst auf dem Dach eines
Mittelklassewagens keine zierliche Erscheinung....
Nun
ist aber auch ein Midi nicht für drei Kinder breit genug. Vom verbreitern wurde
mir abgeraten da die Umbaukosten sich erheblich verteuern würden, weil dann noch
ein neues Fahrwerk her mußte. Also blieb mir nur eine Veränderung der
Sitzposition übrig, wobei größere Eingriffe in die Bootsform nötig waren.
Der
Kofferraum samt Zwischenwand mußten heraus getrennt werden, im vorderen Bereich
wurde die Versteifung bis auf eine Sicke an den Scharnieren entfernt (siehe Bilder).
Da daß Midi-Boot von seiner Auslegung her sehr steif ist war die Stabilität
zwar noch immer ausreichend wurde aber durch eingeklebte und genietete
Alukubontplatten um ein
wesentliches erhöht. Diese Verbundplattenplatten bestehen aus einem
Kunststoffkern der außen mit Aluminium beklebt ist. Sie sind leicht, aber sehr
verwindungssteif und lassen sich mit der Flex oder der Stichsäge gut
bearbeiten. Die Unfallschäden wurden mit Epoxydharz repariert. Der Vorteil ist
die größere Belastbarkeit und die geringere Schrumpfung. Der von mir verwendete
Epoxydharz braucht zwar 12Stunden bis zur Weiterverarbeitung ist aber sehr
belastbar und bricht nicht mehr direkt an der Klebenaht im Gegensatz zu Polyesterharz.
Richtig vorbereitete Teile sind nur noch durch Zerstörung zu
Trennen.
Das
von uns weiterverwendete EML-Tour-Fahrgestell mußte nur geringfügig
modifiziert werden. Der vordere Schutzbügel mußte weiter nach unten und im Heckbereich
wurde ein Alu-Vierkantrohr 80X 60 mm als Querträger auf die bereits vorhandenen
Befestigungen geschraubt. Dies wurde notwendig, da daß Midi Fahrgestell anders
aufgebaut ist und daß Boot sonst zu tief gekommen wäre. Im bereich des Rades
wurde die rechte innere Seitenwand aufgeschnitten um Platz für die
Federbeinaufnahme zu schaffen. Der entstandene Ausschnitt wurde mit einem
Aluminiumkasten wieder geschlossen.
Da
wir zum Schutz der Kinder die Makralonscheibe mögstlich über die gesamte
Innenraumlängegehen lassen wollten mußte erst einmal ein Bügel zur Aufnahme
der Scheibe angefertigt werden. Dieser wurde aus Hydraulickrohr gefertigt,
Edelstahl schied wegen des hohen Preises aus, außerdem benötigt man
bei Hydraulikrohr nur Werkzeug zur Stahlverarbeitung. Die Scheibe wurde bei einer
Ortsansässigen Firma mittels dem Bügel und angefertigter Schablone
angefertigt. Am Anfang waren wir über die Anfertigung zumindest von wegen der
Optik nicht so glücklich. Die Scheibe stand im bereich der Scharniere sehr
steil. Dieser Optische Nachteil bringt den vorne sitzenden aber sehr viel Platz
bis zur Scheibe, so das man sich vorne auch ohne mit dem Helmschirm anzustoßen
bewegen kann.
Wir
entschieden uns für Makralon weil ei sich leicht bearbeiten läßt, sehr
flexibel ist und im Gegensatz zu Plexiglas nicht bei niedrigen Temperaturen seine
Flexibilität verliert.
Um
Platz zu schaffen geht der Aufnahmebügel der Scheibe an den Seiten über den
eigentlichen Innenraum hinaus. So ergibt sich bei einer Sitzbreite von
vorne/hinten
60/51 cm im Beckenbereich, im Schulterbereich
eine breite von 72/62 cm.
Nachdem
die Scheibe am Bügel befestigt war, wurden die von einem Freund gestifteten
Autositze eines Saab eingebaut. Der hintere Sitz wurde ohne Sitzschienen
eingebaut, wogegen der vordere diese Verstellmöglichkeit besitzt. Eine
verschraubte Stahlstrebe gibt der linken Seitenwand zusätzlich Stabilität,
ebenso
so eine geklebte und vernietete Alu-Platte.
Alle
Schrauben sind entweder Selbstsichernd oder mit Schraubensicherung eingesetzt
worden. Es wurden größtenteils VA-Schrauben benutzt, an bestimmten Bauteilen
aber min.8.8 Stahlschrauben in verzinkter Ausführung.
Unsere
3 Kinder im Alter von 4-8 Jahren sind nach unseren eigenen Beobachtungen und
nach den eigenen Angaben mit den Platz - verhältnissen zufrieden.
Eine
Spessarttour , mit An - und Abfahrt ca.1000 KM, bei der von Sonne bis zum Hagelregen
alles vertreten war, bestätigte unsere Erwartungen. Der Verbrauch ist durch die
sehr steil stehende Bootsscheibe um ca. 2Liter angestiegen. Die
Endgeschwindigkeit wird noch immer erreicht. Auch ist durch die jetzt weit vorn
sitzende Scheibe (es wurden die original Anschlagpunkte verwendet) der mir vom
Tour Beiwagen bekannte Luftwirbel zwischen Motorrad und Beiwagen, nicht mehr so
stark ,da die Scheibe des Beiwagens fast gleichauf mit der Heinrichverkleidung
steht.
Der
gesamte Umbau kostete uns 1500DM.Die Lackierung des ganzen Gespannes(400 DM) ist
dadei schon eingerechnet. Die vorarbeiten zur Lackierung wurden selbst gemacht,
die Lackierung machte eine im Ort ansässige KFZ-Werkstatt.
